016_2022. Erwarte nichts, dann schenkt das Leben dir mehr
- GM

- 7. Mai 2022
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Juni 2022
Erwarte nichts, dann bekommst du mehr
Der einzige Straßenköterkerl, der jemals den Weg in mein Leben fand - hoffentlich auch der einzige, der diesen Weg je gefunden haben wird - dieser 'Spieler' drückte mir relativ früh einen Satz. Ein Satz, dem man im Nachgang einer gewisse Lebensklugheit nicht absprechen kann.
"Erwarte nichts, dann bekommst du mehr."
Nun, er nutzte diesen Satz, um sich selbst frei zu sprechen. Dennoch, das macht den Sinn nicht schlecht. Er blieb er in meinem Kopf. Der Satz. Der Köter ist - oh Glück - lange verdaut. Vielleicht, ganz vielleicht schreibe ich einmal über diese Zeit. Die Zeit, als der 'Scheunenfund G.' ins Münchner Mainstreamlager wechselte und dabei seine Seele verkaufte. Vielleicht fließt diese Zeit auch einfach ein, weil Flashbacks mich zurücktreiben.
Ich weiß nicht.
Es ist auch egal.
Es gibt Erfahrungen, die ich mir sicher hätte sparen können. Ich möchte sie dennoch nicht missen. Sie sind die Summe meiner Person. Jeder Schritt, jedes Stolpern bin ich.
Mein Weg ist mit - bisher - einer Hand voll wunderbarer, irritierender, faszinierender Schätze gepflastert. Schätze, die so völlig unerwartet in mein kleines, ganz und gar nicht spirituelles Leben geplatzt sind. Schillernde Seifenblasen, die ich nicht fassen und nicht halten kann. Nicht halten will. Nie halten werde.
"Du musst das Leben nicht verstehen... "
Wieder einmal Rilke.
Ich will auch nicht verstehen. Ich will auch nicht hinterfragen. Ich brauche keinen Grund, warum. Ich muss nicht wissen, was daran nüchtern zu erklären ist. Ich will auch nicht lernen, bewusst herbeiführen zu können. Mag sein, ich habe eine Gabe. Vielleicht ist es auch nur Biochemie.
Ich weiß nicht.
Es ist auch egal.
Treiben. Im Moment.
Sollten mir weitere, solche Momente geschenkt werden, dann werde ich
atmen,
fallen
und still dahin treiben.
Es gibt nicht viele Menschen, die jemals aus meinem Munde, aus meinen Fingern Teil haben durften an dem ein oder anderen dieser Schätzen. Es macht letztlich auch keinen Sinn. Niemals wird irgend jemand sehen, spüren, riechen, fühlen, was ich bin. Wie auch. Faszinierend.
Nicht immer einfach. Denn das zu verstehen hieße, selbst den liebsten, engsten Menschen gänzlich und völlig sein zu lassen, wie er ist. Ihn nicht verstehen zu wollen. Keine Erwartungen zu haben. Ihn einfach nur
zu lieben.
Um seiner selbst Willen.
Ihn niemals daran zu hindern, seine Flügel zu breiten.
Aber.... ich schweife ab.
Insgeheim hoffe ich, die Ruhe in mir wieder zu finden, weitere Schätze in mein Leben lassen zu können. Diese - ja wie soll ich es nennen -Erlebungen (?), die diese Momente, diese Augenblicke, Körperblicke, Sinnesblicke, Geistesblicke, Blitze, diese Reisen in Dimensionen, die mir bis heute völlig fremd sind, sie geschehen nur, wenn es völlig ruhig wird in mir. Friedlich. Wenn ich dem Leben vertraue und los lasse.
Lang her. Schmunzel.
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