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040_2022. Berührst du meine Hand, berührst du meine Seele

  • Autorenbild: GM
    GM
  • 13. Sept. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Okt. 2022

Dienstag, 14.09.2022, 18:05 Uhr

Es ist schwül. Warm. Still. Stahlgraue Wolken tauchen das Abendlicht tief in den Farbtopf. Schlendere mit Sam noch eine Abendrunde. Hinein in die Stille. Mein Lächeln begleitet uns.

Kühler Wind kommt auf. Kündet den kommenden Regen.

Heute, heute bin ich ein kleines 'Glücklich'.

Träume sterben eben niemals, du musst sie nur zu träumen wissen.

Angel, Sarah McLachlan schmeichelt sich in mein Ohr, mein Herz. Umschließt mich. Keine Eile. Heute. Heute ist ...


ein Tag, so ganz bei mir.


Ich streiche mir die Schuhe von den Füßen. Die Socken. Barfuß. Der Boden ist warm. Feucht.

Heute bin ich gut. Bin ich ganz, ...


so ganz bei mir.


Ich ziehe meine vom Rasenmähen grasgrünen Zehen durch die feuchten Halme.

Erste Tropfen treffen mein Haar, mein Gesicht.

... spend all your time waiting ....

Mir wird warm ums Herz. Ich trage heute einen Schatz darin. Meine Seele ist heimgekehrt. Heimgekehrt für diesen Tag. Sitzt da drin, klein, weiblich, zart und hält meine Hand in er ihren. Ihre Augen lachen. Meine Augen lachen mit ihr.

Wir werden sie hüten. Diese, meine, unsere Hand. Heute, morgen, übermorgen. Solange uns der Moment nicht verlässt. Diese, meine, unsere Hand, auf deren Rücken sich heute morgen das kleine Glück gelegt hat.

Warm. Überraschend. Unendlich verwirrend.

Nein, wir werden niemandem erzählen von der Hand,

die sich heute morgen,

so unglaublich warm, so unfassbar weich, so verwirrend auf die meine gelegt hat.

Von der Hand, die ich niemals nicht erträumt habe.


Seine Hand.



Keine Eile. Heute. Heute ist ...

ein Tag, so ganz bei mir.


Grüne Zehen, grünes Gras. Der Regen prasselt inzwischen in Schnüren vom Himmel. Tropfen werden zu Bächen, sammeln sich, tanzen auf den Spitzen meiner Locken. Lassen sich fallen ins Nichts.

Mir ist so wohlig warm.

In mir.


... in the arms of ....

Völlig überfordert war ich, huscht es mir durch den Kopf. Ungläubig. Starr vor Staunen. Lass diesen Moment nie enden! Bitte lass ihn nie enden! Das war wirklich alles, was mein Kopf noch klar denken konnte. Ach Gottchen... Ich schmunzle. Das kleine Mädchen...

Hatte ich Mut?

Ein ganz klein wenig. Genug um ein ganz klein wenig zu genießen. Diesen Moment,


den ich eben nicht nur geträumt habe.


Mein Herz schlägt und stolpert.

Hatte ich wirklich Mut?

Mich zu zeigen? Nein! denke ich und rutsche prompt auf dem Schlick aus. Wach, für einen Augenblick. Fühle mein Herz. Es ist aus dem Tritt.


Stapfe weiter durch den Regen.

'You are the one' , Michael Bolton. Auf Dauerschleife, merk mich.

Eieiei, Schmachtlied. Macht jetzt das Gesamtkonstrukt aber nicht besser, Kind! zu mir.

Lache.

Lass es laufen. Lass mich treiben.

Spüre wieder diese unglaubliche Wärme, die so unvermutet kam. Auf meinem Handrücken.

Koste jede Sekunde aus.

Schließe Frieden mit meiner verwirrten Starre. Mit de Hand, die ich liegen lies auf meiner wie ein rohes Ei. Lass mich treiben. Immer in Acht, es könnte der letzte Moment sein, da ich den Moment erinnere.


Der Regen überholt sich selbst.

Wie kann ein Mensch seine Hände zu solchen aufgeheizten Antennen machen? Ich möchte nicht wissen, was er alles gespürt hat. Ach herrje! Jede Sekunde, jedes Grad hat mich heute morgen schlingern lassen. Wie sollen diese Finger ausgerechnet das nicht gemerkt haben.


Mein Panzer ist zu dünn geworden in den letzten Wochen, fürchte ich. Ich will mich nicht mehr verstecken. Weder hinter harten Hirnhäuten noch hinter Mauern.

Und wenn er es gespürt hat?

Was kann ich für das, das ich fühle?

Ob ich ihm... Nein! Ich werde ihm auf keinen Fall! Nein! Dieses Recht ist nicht das meine. Dieses Recht läge, wenn, alleine in seinen Händen. Zu schweigen gebührt alleine der Respekt vor seiner Arbeit. Niemals dürfte ich ihn in dem, was er tut verunsichern.

Nur,

weil ich mich nicht im Griff habe.

NEIN! Niemals werde ich...



Aber spüren werde ich.

Seine Hand.

Auf meiner.

Wie sie lag. So lang.

Zu kurz immer noch, um das Fühlen wieder los zu lassen.

Zu unvermutet, um die Wände um mich hoch zu ziehen.

Zu überraschend, mich nicht in der Seele zu treffen.

Spüre,

dass jetzt das

Vergessen müssen

beginnen könnte.



...

Ich habe das

Vergessen vergessen.

Stattdessen ...


"Bist du auch so: Tafel Schokolade?!! Du gehörst mir!!! ..?..."

Er ist mir in vielem so nah.

Viel zu nah.

Vom ersten Augen-Blick an.

*Nein, du, ich bin mehr so: Hand? !?!! Du gehörst mir!!!!* würde ich gern antworten. Aber, dieser Moment wird auf ewig nur für mich existieren. Wissend, er tat nur seine Arbeit. Wissend um die Zeit, die mich trennt. Trennen muss. Wer bin ich, zu glauben,

die Zeit spiele keine Rolle.


Und so wird niemals niemand je erfahren,

was dieser Moment für mich bedeutet hat.


Weil niemand jemals fühlen wird,

welches Glück diese Hand mir bedeuten kann,

die nach meiner greift.



Nur eine Antwort, mein Leben gib mir, bitte.


Warum heute?



Niemals haben unsere Hände sich berührt.


Warum gerade heute?


Berührst du meine Hand,

berührst du meine Seele.



Der Regen läuft mir übers Gesicht, Tropfen meine Wangen hinunter. Kitzeln mir ein verträumtes Schmunzeln auf die Lippen. Ich fange sie mit der Zunge. Sie schmecken salzig.

Niemand wird niemals nicht von diesen Tränen wissen.


Ja so ist das, ich habe mich hoffnungslos verliebt. So ist das, wenn kleine Träume wahr werden. Verliebt in einen Fremden, der mich anfasst. Nicht

'nur'

mit seinen Händen.


Und ich habe keine Ahnung, ob ich feige oder weise bin, das für mich zu behalten.


Lasst mich still sein.

Lasst mich mich im Moment verlieren. Weil ich auch das bin.

Endlich.

Wieder.

Mut?

Wer wagt, mich nach Mut zu fragen?

Kann ich doch immer noch nicht springen.

Schon gar nicht über meinen Schatten.


Heute ist mein Tag, so ganz bei mir.

Und ich bin glücklich. Heute.

Morgen ist morgen.

Diesen niemals erträumten Moment,

der mir geschenkt wurde,

den wird mir niemals jemals wieder jemand nehmen können.

Außer ich selbst.


Aber ich habe keine Hand frei, dies zu tun.









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