top of page

045_2022. Überraschungseier im Kopf

  • Autorenbild: GM
    GM
  • 9. Okt. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Nov. 2022

09.10.2022, 10:23 Uhr, Samstag, Flur

Heute ist es grau. Nass. Still. Mir geht es gut. Die Ruhe kommt zurück, scheint mir. Der Druck lässt nach. Im Kopf. Das Rasen. Der Lärm. Das Müssen. Das Drehen. Die Kreise werden wieder größer. Ein Schmunzeln huscht über mein Gesicht. Ich muss nicht. Im Moment muss ich nicht. Nein, muss ich nicht.

ich kann.

Bin versöhnt mit meinem Körper. Er möchte ja.

Jacke an. Bücke mich. Die Kapuze klappt nach vorne.

Da fällt ein Überraschungsei aus meine Kopf.

Der Tag kann nur gut werden, denk ich und binde die Turnschuh.


Persönlichkeitsshift.

Sehe mich laufen. Sehe mich, wie ich zu ihm gehe. Ihm das erste Mal wirklich antworte auf die Frage, wie es mir gehe. Es ist, als würde ich mit zwei Fingern den gelben Deckel vom Plastikei schießen.

PLOPP! Welch Überraschung: Da bin ja ich.

Shifte. A. . Ihr Spiel in meinem Kopf.

Lasse die einzelnen Bausteine meiner Vielfalt aus dem Korpus plumpsen. Von 'wer ich bin' zu 'wer mein ich ist', ist wahrlich ein winziger Schritt. Spiel, Spaß und Spannung mit meinem IKEA Baukastensystem. Auf vielerlei Art zusammensetzbar. Ein ständig wechselndes, buntes Bild. Die ein oder andere Lösung wird schief, aber geht. Geht alles.


Shift. Fertig.

Ich bin nicht anders. Aber für einen Moment, ganz ich. Weich, sanft, zugewandt, ehrlich.

Im nächsten Moment wieder bewundernswert weich, bewundernswert sanft, bewundernswert ehrlich. Bewundernswert unerkennbar. Eine perfektionierte Rolle. Unnahbar, ein Touch Göttin, arrogant, hart, bewundernswert spannend. Die ach so vertraute Rolle der 'starken Frau'.

Schon irre. Wie kann man denn zu einem kaum acht, neun, zehn Jahre alten Mädl sagen: "Das bist doch nicht du. Du lässt dir doch sonst nichts gefallen. Du bist doch stark." Nein, das kann man nicht. Kann man? Ich weiß es nicht. Gefühlt? Nein. Nicht, wenn es sich um die engsten Vertrauten handelt, die du in die Spur setzen müsstest. Nicht, wenn es sich um die Menschen handelt, auf deren Liebe du angewiesen bist. Es wäre deine Aufgabe gewesen, stark zu sein. Nicht meine. Vielleicht gut gemeint. Aber schief gelaufen. Irre.


Ich freu mich drauf . Es wird ein Spiel. Ein spannendes. Herauszufinden, wen ich da über die Jahre vergessen habe in dem Kreis. Hinter den Schildern der römischen Söldner. (#AsterixbeimOsteooderauchdasKindohneZaubertrunk)

Wünsche mir nur, ich werde es schaffen bei mir zu bleiben, wenn ich ihm wieder begegnen werde.


Shift. Flur. Gebückt. Nehme das Ei, lege es auf das rote Sideboard und denke schon wieder über Schokolade kaufen nach. Das Schokomonster bleibt heute erstaunlich friedlich. *Nein, Schokoladenmoster*, wische ihm den Kakao verklebten Mund ab, *das brauche ich doch nicht. Es geht auch ohne."


*Schwimmen? *, der nächste Unruhegeist.

*Wo kommst du jetzt her, Gedanke?* Gehe auf Abstand. Nein, ich brauche das doch nicht.

Wo in dem Persönlichkeitsverhau versteckst er sich, der Antreiber, der mich immer kämpfen lassen will? Schmunzle. Spüre eine ganz neue Sanftmut. Ich mag mich ja richtig. Ungewohnt. Ein schönes Gefühl. Lass diesen müden Körper doch endlich einmal in Ruhe heilen. Die Pause hat gut getan bisher. Die Schwimmpause ebenso wie die Physiopause.

Ich muss nicht. Im Moment muss ich nicht. Nein, muss ich nicht.

ich kann.

Bin versöhnt mit meinem Körper. Er möchte ja.


Ich kann es wieder, das Lassen.


Nehme die Leine, klinke Sam ein und lasse mich - plan los - durch den Tag trudeln.




Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn

©2022 MeinNameistnichtwichtig. Erstellt mit Wix.com

bottom of page