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003_2023. Funky monkey time

  • Autorenbild: GM
    GM
  • 15. Feb. 2023
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Feb. 2023

15.02.2023 in Münchens U-Bahn Netz

Fazit: Ich kann meine Arbeit auch in der U-Bahn erledigen. Bin begeistert. Affen beobachten, codieren sogar, das geht hier also auch. Muss man nicht in den Urwald für. Hehe. Spart Geld, Impfungen und Diarrhoe.

Wie kommt's.


Implerplatz.

Federe beschwingt von Sonne und einer Stunde Schwimmen die Stufen zur U-Bahn hinunter. Befinde mich, auf dem Weg in die Röhre - praktisch, sozusagen - auf dem Weg in die Röhre.

MRT. Mal wieder. Hoffentlich für nix.


Stufe.

Stufe.

Stuf...e. Unten.

Keine 20 Meter weiter, im Eck am Ende des Bahnsteigs, dort, wo Münchens Untergrund sein dunkles Maul aufreißt, unterhalten sich zwei Zugführer. Vermute ich. Was hätten Sie sonst hinter der Absperrung verloren.

Eigenartig ähnlich sind sie sich. Um nicht zu sagen: Sie gleichen sich.

Vermutlich, denke ich, muss man eben doch ein bestimmter Typ sein für den Job. Mein Blick will weiter, aber er hängt.

Die beiden stehen sie sich sehr dicht gegenüber. Um nicht zu sagen:

Tier: body direction: Frontal Click. Coded. Mein Kopf.

Tier: gaze direction: Facing. Click. Coded. Mein Kopf.

Tier: signal distance: Less then one arm length. Click. Coded. Kopf, hör auf!

Mein Hirn scannt durch meine Augen. Bin nur noch Mittel zum Zweck. Schon sehr nah, meldet meine Seele. Befremdliches Gefühl. Unangenehm nah. Alarm! Meine Seele will weiter, mein Hirn klebt und scannt.

Steichen sich zeitgleich durchs Haar. Signal: self-grooming. Click. Coded.

Klappe meine Augenlider runter. Ziehe den Stecker. Program shut down.

Augen auf.

Die zwei, sie müssen jeden Atemzug des anderen als Sturm erleben, so nah.

Betrachten sich von oben bis unten.

Selbst.

Verliebt.

Zeitgleich.

... Strange

Pusten sich Zigarettenrauch ins Haar.

Wippen ihre Eier.

Vor - zurück.

Zeitgleich.

....Strange.

Spucken sich Vokale ins Gesicht.

Pant-grunt. Click. Coded.

Bell! Aus der Gurgel kotz! Wortfetzen! Proletig, Click. Coded.

*Komische Typen*, meine irritierte Seele.

*Synchronpfosten. Tzfuuuuu*, meine raue Schale spukt die durchgekauten Kokablätter neben sich.

Dort hinten

... wippen sich Eier entgegen.

Betrachten sich zwei quadratische Blöcke.

Selbst.

Verliebt.

Zeitgleich.

Im nächsten Moment bellt sich der Schrank mit dem Umhängetäschen am Buckel aus tiefster Lunge aggressiv an:

"Houhouhouuuu!!!!!!

drischt - volle Kanne - in den Spiegel am Ende des Bahnsteigs und geht weg.

*Thalkirchen, Zoo...drei Haltestellen*, der Hofnarr in mir, der vorkommt, wenn alle anderen sich ängstlich oder peinlich betreten zurück ziehen.

Ich steige in die eingefahrene U-Bahn zwei Wagons weiter. Man weiß ja nie, wie so Gorillamännchen ticken.



Sendlinger Tor, aus der Röhre zurück in der Röhre. Way home.

Huiiii! Ist heute der Tag der Ver-rückten?

Der Untergrund, scheint mir, ein Sammelsurium der Sonderlichkeit.

Die U-Bahn fährt ein. Klack, Türen öffnen. Die Schlange spukt sie alle aus. Menschen. Menschen und nochmal Menschen. Dann lehrt sich die Bahnsteigkante. Mein Blick schweift durch die Tür, die Fenster einer nun fast leeren U-Bahn.

Einen hat sie noch. Mit einem lauten '"Hey Bro!" entspringt - schier aus dem Nichts - eine urafrikanische, mit überdimensionalem, von tausend fransenden, zappelnden bunten Filzmonstern und Zotteln besetzte Ritualfratze den Bauch der Bahn. Ich erschrecke.

Die Erscheinung aber verabschiedet sich mit einem unentschlossenen Mix zwischen afrikanischen Ritualgesängen und Gettorapp von den leeren Gängen und Sitzplätzen. Rappt sich noch ein paar Strophen den Tunnel entlang um - weit hinten - mit einem lauten "Eyyy joooo" um die nächste Ecke in den Darmwindungen Münchens zu entschwinden.


Bin gespannt, welche Bakterienkulturen mir heute noch so über den Weg laufen.

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