007_2020. Abschied und Anfahren. Von Null auf normal. Tag 7 & 8
- GM

- 8. Sept. 2020
- 10 Min. Lesezeit
Tag 7, Freitag
Patientengarten … Heute nehm ich nicht viel wahr, von meinem Umfeld hier. Nur den Dr. Tati sehe ich hier immer mal mit einem Rattenschwanz von blutjungen Weißkitteln von Haus zu Haus hüpfen. Der Weißkittelfänger von Hameln. Ah...München. Tür auf, Tati vorne weg. Die acht Stufen runter. Das weiße Gewusel hinterher. Schnellen Schrittes, eng auf eng drängen sich die Schäfchen bis zur nächsten Tür um ihn. Tap tap tap die Treppen hoch. Tür auf und alle rein. Verschwunden. Während ich hier sitze und euch berichte, geht die Tür wieder auf. Heraus kommt er allein. Schwingt sich auf sein Fahrrad und weg ist er.
Sag ja, Rattenfänger.
Später, wieder im Patientengarten Ich bin heute nicht gut drauf. Muss draußen sein. Muss rumlaufen. Ich kann nicht rumlaufen, weil meine Röschen Sonnenstrahlen suchen. Nachmittag ist hier immer Sonne. So weit kann ich gar nicht von einem Fleck zum anderen hüpfen. Heut ist alles Kacke. Punkt.
Bin mir immer noch nicht klar, wo ich hier bin. Irrenhaus, Seniorenstift oder doch eher Studentenwohnheim.
Es wird Abend und es wuselt. Horden sehr junger Menschen ohne Kittel. Die Gefolgschaft des Rattenfängers. Einige Gesichter erkenne ich wieder. Es sind die jungen Weißkittel aus unserer Station. Man hat sie also lediglich gehäutet da drin.
… Die Uhr ist wandert. Inzwischen wird es früher Abend. Bin oben. Ich geh noch mal. …
Wieder mal unten, Schlachthof Heute wird es nicht richtig hell. Vielleicht dämmert es auch schon. Der ewige Kreis. Geht mir auf den dicken Tränensack. Anderen hab ich eh nicht zu bieten. Ich wandere an den Häusern vorbei bis zum hintersten der hintersten Parkplätze. Wandere einen Kreis um den Parkplatz.
Laasaaaangweilig!!!!
Kreis zwei. Ich 'grenzgängere'. Bordsteinwandern. Bordsteinschwalbe geht Bordsteinwandern, blödelt mein Kopf. Langweilt, denk ich und prompt trete ich daneben. Lande in Buchenlaub. Ooooh Kindheit! Laub schlürfen wie im Odenwald früher. Schlürfen? Wäre auch mal lustig. Ich ziehe meine Füße durch die braunen Blätter. Eins ums andere Mal. Bis mir erst ein, dann zwei, dann drei Feierabendmediziner entgegenhechten, in ihre Flüsterkisten springen und wegflüstern.
Laub schlürfen wird auch irgendwann langweilig. So wende ich mich langsam retour. Biege um die Ecke und fühle mich ertappt. Rechts von mir, hinter dem bodentiefen Fenster, steht, in einem langen Gang: ein Medikus. Oh Schreck! Zwei! Ne! Noch mehr ... noch mehr. Medizinerhäute. Hängen säuberlich in Reih und Glied auf einem Rollständer. Ansonsten regt sich nichts in diesem langen Gang.
Schlachthof! das Bild in meinem Kopf. Das Fenster spiegelt ein wenig, so dass man das Szenario so ein wenig erahnen muss. Was sich auch spiegelt ist meine Jeanyhose. Das bunte Gesicht.
Ich betrachte mein Konterfei: Ich fall dann doch irgendwie auf. Grad.
Tag 8, Samstag
Patientenzimmer Letzter Tag, hoffe ich.
Daaaaassss ............... ist kein Zufall. Erzählt mir, was ihr wollt, aber die Reihenfolge meiner Mitbewohnerinnen war so vorgesehen. Spaß, um von Angst, Sorge und Schmerz abzulenken. Drama und Depression, vielleicht um zu warnen. Sich abgrenzen zu lernen. Dann folgt der Fingerzeig, der runter ziehen könnte, wäre diese Frau nicht so voller unerklärlicher Kraft und Power. Der Arschtritt, neuer Mut, die eigenen Träume zu leben. Der Hammerschlag, jetzt zu leben. Niemals aufzugeben. Keine Lasten mehr aufnehmen. Nichts mehr, was ich nicht brauche an mich zu nehmen.
Hm? Heute Vormittag trink ich glaub lieber Tee auf der Fensterbank, während ich euch schreibe. Es ist noch ordentlich bedeckt, kühl draußen. Heute bin ich ein wenig stumm grad noch. Witzfrei.
Diese Frau. Das Bett ist schon wieder leer. Provokationstest hop oder top. Heute werden die Antibiotika infundiert.
Wir haben uns zum Frühstück lange unterhalten. Beim Frühstück kann ich schlecht sagen. Frühstücke ja nicht. Wie das dann so ist, kommt man von einem zum anderen. Ich muss mal springen. Doch raus.
Patientengarten Bin unten und sitz auf einem kühlen Stein. Vielleicht erzähl ich noch mehr von dem Gespräch. Mal sehen, wie mir die Laune steht.
Das Märchen von der Krähe neue Kleider ier latscht eine Krähe herum mit einem leicht grauen Kragen. Wandert bedächtig durch das laubbedeckte Gras. Majestätisch diese Vögel. Pickt hier, pickt da. Irgendwie verfängt sich ein hellgelbes Laubblatt in Ihrer Daumenkralle. Sehr lustig. Zehn, fünfzehn Schritte beobachte ich sie von hinten. Merkt sie‘s denn gar nicht? Stört sie das nicht? Das Blatt steht am Fuß senkrecht hoch und müsste sie eigentlich jeden Schritt in den Arsch, pardon, den Allerwertesten, den Anus picken. Ein unterdrücktes Lachen entfährt meinem Mund. Hey Krähe, mit Verlaub...also wenn‘s deinem Ehrgefühl keinen Abbruch tut, lauf so weiter, aber... du hast da‘n Blatt. Mit meinem Blick zeige ich ihr in Gedanken, wo. Und Pardon, Ihro Gnaden, wenn ich mir erdreiste, das zu bemerken. Aber Sie erwecken beim Schreiten damit den Anschein, eine watschelnde Ente zu sein. Die Krähe bleibt schlagartig stehen, packt mit dem Schnabel das Blatt, fummelt es sich vom Fuß, reißt es mit einer blitzartigen Bewegung des Kopfes ab und davon.
Nein, wie eine Ente wollte Majestät keinesfalls gekleidet sein.
Krankenhaus, Treppenhaus
Och Männö. Muss des jetzt sein? Ich komm die Treppe hoch für den nächsten „Schluck“, da kommt der dunkle, ungemütliche, irgendwie patzige Schwesternturban die Treppe runter gerannt. “Fiona! Fiona!!!!“ Sie eilt mit dem Telefon ins Stationszimmer, reicht Fiona, die mir eh so bekannt vorkommt das Telefon und sagt: „Peter. Für dich.“ Nein, meine kleine Gudrun. Zu Coronazeiten werden keine Remakes moderner Krankenhausmärchen gedreht. Weder, wenn sie von grünen, zimtaugigen Fröschen, noch von halluzinierenden Patientinnen handeln. Würde sich zwar lohnen, das Drehbuch… Ausfallende Lifte, OP-Rücktransporte auf der Feldpritsche auf einem – gefühlt – viel zu schmalen Treppenhaus, Schneiderinnen, die sich im Anästhesieraum mit Infusionsnadeln als Hand-Stickerinnen verdingen. Da wär schon Stoff drin. Und im Finale stünde dann Dr. Zimtauge, Jahre später, tief in der Nacht im Zimmer, um die Infusion eigenhändig vorzunehmen. .... Schee war‘s scho! Des Remake.
Stattdessen oberarztet hier ein moppeliges Überheberle, das seine Patienten am liebsten von hinten sieht und Behandlung nach Lehrbuchvorgaben vorzieht. Eins bis zehn. Schmerz. Wo, wie, wann, wie lang? Haben wir in der Vorlesung nicht gelernt. Steht nicht im Budget. Lass mich mit deinem emotionalen Weiberkram in Ruh, Patientin.
Patientenzimmer Heute ist einfach nicht schreiben. Glaube, unsere gemeinsame Reise endet hier.
Ich höre keine Meditationen mehr. Ich höre Chillout Musik.
Morgen geht’s zurück ins alte Leben.
Das Handy in der Hand. Die Finger fliegen nicht mehr.
Tag 8, Tag eins zuhause, Samstag
Rückblick Das heute, vor der Entlassung Heute früh saß ich noch auf dem Bett. Etwas verloren. Der Rucksack und der Beutel gepackt zu meinen Füßen. Eine Unruhe, die mich befiel. Was war dieses Gefühl? Woher diese Unruhe?
Es war die drohende Rückkehr in einen Alltag ohne Rückhalt. Das Gefühl, wieder in das Hamsterrad zurück zu kehren in dem kein Erfolg, kein Ankommen, kein menschlicher Schutz, kein Anker auf mich warten würde. Der bewusste Schritt an die Kante, um wieder zu springen. Ohne Netz und ohne doppelten Boden. Perpetuum Mobile ohne Farbe. Das war die Unruhe in mir.
Jetzt sitze ich auf meinem Balkon, höre wieder A new life, Yoga mix von der CD Best of Chillout Lounge. Trete durch das Bild der Klänge. Zurück ins heute früh.
Vor mir liegt der Patientengarten. Ich blicke gerade von der kurzen Seite am Eingang zu den bequemen Bänken am anderen Ende.
Dort sitze ich. Die Beine angezogen. Auf die Sitzfläche gestellt. Wie ein Schutzwall gegen alles, was mir zu Nahe kommt. Ein guter Platz, um das Treiben im Garten zu beobachten.
Dort saß ich. Immer wieder. Tagelang.
Die Melodie nimmt Fahrt auf und trägt mich. Schwerelos, grenzenlos, kein Körper mehr. Hinein in das Bild. Es ist, als durchdränge ich langsam, langsamer und langsamer, ganz behutsam eine unsichtbare Membran.
Patientengarten Hier sitze ich. Die Beine angezogen auf die Sitzfläche gestellt, wie ein Schutzwall gegen alles, was mir zu Nahe kommt. Ein guter Platz, um das Treiben im Garten zu beobachten. Hier sitze ich. Schon tagelang. Immer wieder.
Meine Zeit hier neigt sich dem Ende. Ich sitze auf meiner Lieblingsbank. Die Linde breitet ihre inzwischen fast komplett gelb gewordenen Blätter über mich. Als ich her kam warst du noch grün, Baum! Ja, antwortet er, ich bemühe mich, für dich die Zeit anzuhalten, aber es fällt mir schwer. Sie ist schneller. Er lässt ein Blatt fallen. Langsam und lautlos schraubt es sich zu Boden.
Lautlos ist es auch um mich. Noch einmal versinke ich in kindliche Fröhlichkeit. Ich könnte es versuchen. Das Laub lockt mich, mit den Füßen darin herumzuwühlen. Die Hände tief in die grelle Jeanyhose gegraben.
Doch ich bleibe sitzen. Die Braunüle in meinem rechten Arm beschwert sich. Wenn ich bis morgen früh noch durchhalten soll, hör auf in dein Handy zu tippen. Ich kann nicht aufhören. Ich will kein „morgen“. Ich will, dass die Zeit still steht, sich zurückdreht bis damals. Ich das Drehbuch neu schreiben kann. Der Duft von Zimt streicht über meine Wange. Ich blicke hoch. In die Stille, die über diesem gerade noch so geschäftigen Ort liegt.
Der Baum raschelt mit dem Wind und lässt eine kleine Armee gelber Blätter rieseln. Abschied schreiben sie in ihren schwerelosen Tanz zum Boden.
Mein Mund lächelt. Meine Augen weinen. Ich muss schlucken. Alles verschwimmt vor meinen Augen. Ich presse meine Lippen zwischen die Zähne und atme tief durch. Brennende Tränen laufen über meine Wange. Ich kann wieder weinen.
Eine Welle warmer, glücklich-trauriger Momente wühlt sich durch meinen Körper. Dann ziehen sie in einer breiten Walze über den Rasen, durch die Pforte, davon.
Ich suche nach dem Leben der letzten Tage. Aber, es bleibt still. Kein Mensch. Keine Carla die fröhlich über die Wiese tapst und alles anstaunt, als wäre sie aus einer langen Starre erwacht.
Die Blätter neben mir fallen immer noch zu Boden und aus dem Kopfhörer erklingen die ersten Klaviertakte von Sansibar, Sylt.
Das Ballett des Herbstes. Das Klavier wird schneller, der Wind kühler. Selbst er und der Baum, selbst sie gehören zusammen. Suchen sich gemeinsam die aus, sie in Frieden gehen zu lassen. Die erwählten Blätter fallen im Einklang mit ihrem Los. Sie legen sich dem Baum zu Füßen und blicken zurück. Bis sie bereit sind auch diese Erinnerung los zu lassen und sich aufzulösen. Im Kreislauf der Zeit.
Mich ergreift eine tiefe Einsamkeit. Ich fühle Allein. Hier. Hier tief in mir. Ganz allein. Ja, es gibt liebe Menschen, die mir jetzt helfen. Wie kann ich wagen zu sagen, ich sei allein. Aber ich, das ist nicht, was du siehst. Ich bin hier drin, die zu dir schreibt. Keiner soll mich sehen. Hinter Mauern.
Der Baum wirft noch einmal einen besonders schönen Tanz für mich.
Ich muss mich befreien! Befreien von Emotionen. Von Bindungen, die ich über all die Jahre gehalten habe. In mir. Ich habe die Rosengärten vieler, die gegangen sind, in mir gepflegt. Wie sagt man so schön? Wenn du einen Menschen liebst, lass ihn ziehen. Ist er deiner Liebe wert, so wird er eines Tages zurück kehren.
Ich stehe vor den Gärten derer, die ich liebe und sehe das Unheil. Blüten überwuchern die Wege zu dem Ort, an dem ich Nächte saß. Am Teich. Wartend, hoffend, erinnernd. Das Mondlicht brach sich in den kleinen Wellen, gezaubert vom plätschernden Quell. Dieser Ort war meine Verbindung zu denen, die gegangen waren. Er gab mir Ruhe, Kraft und Zuversicht. Aber jetzt stehe ich da und muss erkennen, dass ich die Wege zu diesem Ort alleine niemals werde aufrecht halten können. Die Rosen werden schneller sein. Sich holen, was ihnen gehört. Sie werden mir weh tun. Immer und immer wieder. Bis ich es verstehe. Diesen Ort aufgeben? ... Ich versuche es. Ich habe es verdient, gewollt zu sein. Ich habe Menschen verdient, die mich erkennen hinter der Maske meines spröden Humors. Die den Wunsch verspüren, an mir teil zu haben. Mich suchen. Ich muss aufhören, jenen hinterher zu laufen, die Be-ziehen geschehen lassen.
Ich muss jetzt los lassen! Wie diese Blätter.
Dahinter wird Leichtigkeit folgen.
Es fühlt sich an, als müsse ich das Seil, das die einzige Verbindung zu meinem bisherigen Ich ist, kappen. Ich habe Angst. Sorge, alle Erinnerungen und Verbindungen in mir zu verlieren.
Dabei halte ich ein Nichts. Verbindungen, die keine sind, kann man auch nicht halten. Wo willst du denn zufassen? Um zu halten.
… Zeit geht ins Land. Ein letztes Mal. …
Es ist still hier. Ich werde ein letztes mal hoch gehen. In meine Rechts der Isar Blase. Den stabilen Rahmen. Morgen gehe ich zurück in mein Leben, das mir gerade so fremd ist.
Ich kann gut alleine sein. Aber ich will nicht immer.
Was ich mir wünsche? Einen Menschen, … Komm, sag einfach wie es ist, einen Mann. Einen Mann an meiner Seite. Der die Kraft hat über die Mauer der Schlagfertigkeit, der Spröde und des schwarzen Humors zu steigen. Der sich nicht von dem Schweigen und dem Rückzug, den er dahinter finden wird abhalten lässt und auch den letzten Schritt bereit ist auszuhalten. Der mich zusammenknüllt, mich annimmt. Stundenlang, zusammengeknüllt auf seinem Schoß endlich wieder ausschlafen lässt.
Ich will nicht undankbar sein. Mein Leben hat mir Menschen gebracht, die mich im Herzen berühren. Die da sind für mich ohne jede Erwartung. Ich bin euch unendlich dankbar. Aber ich bin eben trotzdem nicht Superwoman. Keine ich brauch keinen Mann. Ich bin eben doch eine Frau mit der vielleicht veralteten Sehnsucht nach einem starken Mann und Beschützer.
Es wird kühl. Ich bin müde. Blätter legen sich auf meine Seele. Jetzt bin ich verwundbar. Nach Jahren wieder.
Stehe auf und gehe durch die ausgestorbenen Gänge noch einmal nach oben. Abschied.
Samstag nachmittag, rechtes Gesocks Meine Waschmaschine ist echt eine Rechte Socke!! Ich bin grad am alles durch waschen und sortiere auf meinem Bett die vom Trockner noch auslüftenden Klamotten. Schon wieder eine rechte Sportsocke. Ich greife zu dem Pack einsamer Sportler, die im Schrank auf ein Date mit ihrem Pendant warten. Auch alles rechte. Zefix!! Des gibt‘s doch nicht!!!! Werd mit der Waschmaschine mal ein Wort reden. So geht‘s nicht!
… Auf dem Weg in den Keller. Meine gesamte spanische Nachbarschaft steht Spalier auf dem Laubengang.
Ich, mittendurch.
… Auf dem Weg aus dem Keller. Meine gesamte spanische Nachbarschaft steht Spalier auf dem Laubengang. Unterhält sich.
Ich mittendurch.
… Zurück in der Wohnung. Ich hab‘s jetzt echt versucht, mit dem Teil vernünftig zu reden, aber... die dreht sich bei jeder Antwort nur im Kreis. Da ist kein Blumentopf zu gewinnen. Völlig verbohrt. Kannst nix dran rütteln.
… Auf dem Weg in den Keller. Meine gesamte spanische Nachbarschaft steht Spalier auf dem Laubengang. Verstummt kurz.
Ich, mitten durch.
„Also“, ich wiege die offenen Hände erhoben hin und her. Tue eine wenig peinlich betreten. „Das ist jetzt aber fast zuviel der Ehre“. Lachen. Irritation. Worüber? Den Witz? Das rote Gesicht, Mädl. Stimmt, das habe ich ja mit nach hause gebracht.
… Zurück im Keller. Sitze auf der Waschmaschine. Sie braucht noch fünf Minuten. Hey Leute, pst...aber...ich hab meinen alten Schreibplatz wieder entdeckt. Gratis Rüttelplatte zum Gedanken verschwurbeln. Eintöniges Drehgeräusch. Unterbrochen von einem einsamen Knopf, der an die Wand der Trommel klopft. Ein Mohikaner, der den Fliehkräften entkommt. Wieder und wieder von der oberen Seite der Trommel nach unten rast um aufs Blech zu knallen.
Beruhigend, wenn die Schwungmasse ausrollt. Der Bach neben dir im Zulauf zu fließen beginnt. Die nächste Runde ankündigt.
Meditativer Ort.
… Auf dem Weg aus dem Keller. Meine gesamte spanische Nachbarschaft steht Spalier auf dem Laubengang. Grinst.
Ich, schreite mitten durch.
Wie eine Prinzessin. Das Hüftchen schmeißend. Linkes Händchen adrett erhoben, das rote Näschen in die Luft. Rechtes Händchen rafft die Coral farbene Jeanyhose wie ein Kleidchen. Ein Krankenbett schmalziges, bestimmt schon stinkendes Löckchen nach hinten werfend flöte ich: „Nun komm ich noch diesmal, dann nimmermehr.“
Irritation. Lachen. Ich drehe ich neckisch um und lasse die gegerbten Finger gelangweilt winken.
Lachen.
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