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2020_Weihnachtszeit

  • Autorenbild: GM
    GM
  • 21. Dez. 2020
  • 1 Min. Lesezeit

Advent, kurz vor Weihnacht. Abends. Der Laternenmann Gerade gehe ich mit Sam noch eine kleine Abendrunde.

Es ist kalt. Still. Zu still.

In der Dunkelheit kommt mir ein kleines, wankendes, warmes Licht entgegen. Langsam schält sich die Silhouette eines jungen Mannes mit Pudelmütze aus der Nacht. Sein Gang erinnert an Charly Chaplin. Er kommt näher, wackelt und wippt an mir vorbei. Ein wenig staunend lässt er mich zurück. Das Licht, das er trägt ist eine winzig kleine Laterne. Darin ein Teelicht.


Dieser Moment berührt mich.


Er zieht meinen Blick, meine Gedanken mit sich. Der Mann. Mit Pudelmütze. Der Charly Chaplin. Ganz allein im Dunkeln. Mit seiner Laterne.


Warum tut er das? Als 'erwachsener Mann'?


Sein Schritt wird langsamer. Sein Blick wendet sich hoch zu den Balkonen der anderen Straßenseite. Mein Blick folgt.


Warum er das tut? Er tut es einfach. Weil er das Licht liebt. Den Schnee. Die Dunkelheit. Und die vielen, kleinen, gelben Lichter die von den Balkonen strahlen.


Ist dieser Mann wirklich so ver-rückt? Oder traut er sich einfach?


Wer von uns würde - ganz tief in seinem Herzen - nicht selbst gern beim ersten Schnee, im Dunkeln, mit einer kleinem Laterne spazieren gehen. In die warm erleuchteten Wohnzimmer sehen. Noch einmal, mit der Vorfreude und den Augen eines Kindes die Welt betrachten.


Für einen Moment laufe ich mit ihm. Und bin glücklich.

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