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024_2020. Das neue Normal. Weitere Tage

  • Autorenbild: GM
    GM
  • 13. Dez. 2020
  • 2 Min. Lesezeit

13.12.2020, dreieinhalb Tage vor dem nächsten Volllockdown

Mein letzter Funken Resilienz hat sich heute endgültig verabschiedet. So fühlt es sich an. Noch vor nicht langer Zeit, genau genommen vor ungefähr zehn Tagen hatte ich den Mut, mich aus beruflichen Verpflichtungen zu lösen und neue Wege zu beschreiten. Mit Tag heute und dem Satz der Tochter meiner Kundin: «Ab Mittwoch», wurde mein Mut-System komplett heruntergefahren.


Frau Potentiell, mich hat der Mut verlassen. Das ist wohl, was ich meiner potentiellen oder potentiell gewesenen, neuen Arbeitgeberin am Montag werde sagen müssen. Und ich habe Angst davor. Münchhausen komm und zieh du mich aus dem Dreck. Wie geht das nochmal mit dem selbst? Wo ist der Energiestecker? Wo das gewohnte Netz des bisher bekannten Lebens, das mich fängt?

«Ich habe den Mut nicht mehr für diesen Sprung», werde ich ihr sagen müssen. «Nicht jetzt. Nicht mehr.» Was verliere ich? Bisher hat es mir oft geholfen, mich das zu fragen. Ich müsste eigentlich antworten: «Nichts. Was ned daher schwimmt, schwimmt a ned davon.» Geschwommen ist was, aber nicht so wirklich richtig hundert Prozent zu mir. Es zu wagen, jetzt auf Geld zu verzichten, das ich sicher habe.

Sicher… was ist schon sicher. Weniger zu verdienen. Das könnte ich wagen, wenn ich wüsste, wann ich mit meinen Hunden wieder Geld verdienen kann oder ob.


Harter Lockdown.

Ich reihe mich ein in die Riegen der Menschen, die den Glauben suchen. Mein Gott, dass ich noch fürchte. Wie muss es wohl denen gehen, die seit Anfang des Jahres bangen und vor dem Nichts stehen?

Nein, ich wage nicht mehr. Ich werde morgen die Bremse ziehen müssen. Weil meine innere Kraft neues zu wagen, mich verlassen hat. Aber braucht man nicht gerade jetzt diese Kraft und diesen Mut? Wieder will mir mein Inneres sagen: Ja, wäre da ein menschliches Wesen das mich auffängt, zur Not, ich würde mehr wagen. Würde ich?

Wirklich?


Was verliere ich, auch wenn Frau Potentiell pissed sein wird? Ich habe noch nicht für sie gearbeitet und ich werde es eventuell nicht tun. Ja nun? Und? Es wird weg sein, was ich vorher auch nicht hatte. Die Situation wird also sein, wie sie vorher war. Abgesehen von ein paar Pinselstrichen des Lebens, die vielleicht danebengegangen sind.


Sitze hier vor meinem Laptop wie ein gelähmtes Kaninchen.


Steigere ich mich gerade in etwas hinein, was so nicht sein müsste?

Ich meine fast.

Der Kopf ist leer.

Die Emotionen abgeschottet.

Krampfhaft.


Sam, der Brandhund, der seit einem guten Monat bei mir ist reagiert extrem auf jeden Wimpernschlag meiner Gedanken, jeden schwachen Moment meiner Seele. Er ist sofort wieder skeptischer, geht auf Distanz zu mir. Aktuell ein echter Energievampir.


Pieps schielt hinter dem Lautsprecher vor, hüpft auf mich zu und setzt sich für wenige Sekunden auf meinen Unterarm.


Das tut gut, Kleiner.

Danke, Pieps.

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