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Angefegt und fertig gemacht - oder auch- meine Blindheit lichtet sich

  • Autorenbild: GM
    GM
  • 10. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

12.07.2025


Muss mich erst einschreiben, später dann, weiter unten, da wird dann angefahren und fertig gemacht. Erstmal tue ich das, möglicherweise wieder mit mir. Nein, Scherz. Heute bin ich gut zu mir.


Ich kann wieder hören

Zwischen den Zeilen.

Wenn auch noch nur Schriftgröße 24, Zeilenabstand 100

Da ist wieder Leben in den Sinnen zwischen den Sinnen.

Nicht viel, aber Leben.

Ich spüre mich wieder. Spüre, dass ich "andere" nicht spüren darf. Es mir verboten habe.

Warum auch immer.

Bei IHM läuft noch immer nur ein Kanal. Das ist schade. Denn, ich lebe die Momente nicht, da ich IHM begegne.

Warum? Vermutlich habe ich Angst. Angst. Was für ein großes Wort. Nein ich habe keine Angst. Ich befürchte. Würde ich zulassen IHN wirklich zu spüren, dann müsste ich spüren, dass da nicht ist, was mein kleines Herzchen sich herbei träumt. Immer noch. Die Chance, ihn kennen zu lernen. Ich bin nicht wirklich stumpf. Ich stumpfe mich ab. Stumpf schützt. Schützt vor der Kraft der Gefühle, die ich nicht spüren will.

Es wäre so einfach:

Frag, dann weißt du mehr.

Feigheit siegt. Wüsste ich mehr, würde ich die Phantasie verlieren. Den Traum, IHM ein Mensch zu sein, den er vermissen würde. Phantasie dagegen hüllt dich ein. Meine ganze Kindheit war Phantasie. In meiner Phantasie waren Gefühle, Emotionen, Herzenswärme, war ICH erlaubt.

Würde ich zulassen, dass mein ICH IHN wirklich spürt, wäre ich - oh Schreck - vermutlich in der Lage in wenigen Sekunden zu bestätigt zu spüren, was .. .schau, wie albern, ich kann es kaum schreiben, ... bestätigt. Vermutung würde Wissen. Und somit Realität. Als wäre die Realität weniger real, nur weil ich die Augen vor ihr schließe. Aber, so bin ich eben.

Ich weiß doch, dass es Menschen gibt, die Menschen mögen, die freundlich sind. Aber eben freundlich sind zu jedem. Zu jedem Menschen dem sie auf der Straße begegnen, neben dem sie in der UBahn sitzen, dem sie helfen, für einen Moment helfen. Ich kann den Charme spüren, so zu sein. Ich sollte mich selbst darin üben. Denn meine Mauer sind aus Angst vor Verletzung gebaut. Nur, diese Menschen sind eben freundlich. Immer. Zu jedem. Freundlichkeit ist keine Einladung für sie. Sie sind nicht freundlich, weil sie Menschen in ihr Leben integrieren. Sie sind eben freundlich.

DAS will ich nicht spüren. Nicht, wenn es um IHN geht.

Ich verstehe warum. Es wäre der nächste "kleine Tod", der "enge Verwandte" des großen Todes, den ich und mein Bruder eine Kindheit lang "gestorben sind". Bis unsere Herzen Festungen waren, unsere Augen aufhörten die Feinheiten der Menschen wahrzunehmen. Wir hätten es nicht halten können. Nicht mehr. So sahen wir alles, Leben und Wesen, jedes Licht, jede Mücke, nur nicht, was Menschenseelen uns entgegen brachten. Weder Liebe noch Abwehr noch Leid. Weil alles immer Schmerz am Ende war.Es ist gewaltig, was Eltern anrichten können aus ihrer eigenen Unfähigkeit sich zu beziehen.

Ich weiß das heute, es macht es nicht viel leichter. Aber es ist wert, weiter zu probieren.

Bei IHM will ich noch ein wenig träumen, nicht spüren. Mich langsam wegträumen in die Realität. Damit meine Seele sich langsam verabschieden kann.

Nein. Das ist dann so. Langsam, ganz langsam finde ich auch einen Weg, wie ich ihm weniger ungut bin. Es tut mir leid. Es ist mir unangenehm. Sehr sehr unangenehm. Peinlich. Nur, so darf ich nicht denken, denn denke ich so, will ich mich entschuldigen. Ich kann mich nicht entschuldigen. Selbst die Entschuldigung wäre falsch. Ich muss einfach gehen. Und das, genau das habe ich nie gelernt.

Weil ich niemals dich anhielt, halt ich dich fest.


Das ist alles so verrückt! Das ist so irre! Das ist spooky. Ich will das nicht zerreden. Zerreden kann ich.

Ohhhh zerreden kann ich.

Nimm IHN. Warum lass ich nicht einfach laufen, was mir geschenkt und genommen wird?

Mir geht eine Songzeile durchs Herz in diesem MomentLass fließen die Zeit. Lass fließen den Strom. Was ned daherschwimmt, schwimmt a ned davon

Ich muss das Lied als MP3 finden. Nie mehr gehört, seid ich keinen CD Spieler mehr habe.

Lass los, Hände auf, loslassen, so einfach ist das.

In der Theorie. Lach.


11.07.2025, Bäckerei Sickinger

Angefegt und fertig gemacht!


Heute war a bissl der Tag der verbalbrutalen Frau. Scheint mir. Früh morgens noch bitte ich IHN, dass ER mir an den Hals geht und nachmittags .....


Kommen Sie in die Bäckerei Sickinger in Gauting, hier werden Sie angefegt und fertig gemacht


Tingle mit Sam durch die Wochenendeinkaufsrunde. Linse durch die offene Tür des Sickinger. *Bestimmt wieder keine Ackergold mit Saaten mehr* Und wie! Die ganze Anrichte erstrahlt in ihrem Gold. Ich also rein. Zwei Damen hinter, eine vor dem Tresen.

Das laute, etwas geistig grelle Verkaufsbrötchen fegt - vor sich hin brabbelnd - mit dem Rücken zu uns den Boden. Bisschen eigenartig unangenehme Situation, wenn du gerade erst wieder mitbekommen hast, wie innere eine Hauptperson in den Tod treiben können.

Diese Person hier fegt sehr lebendig und spricht. Spricht - wie es aussieht - mit ihrem Besen.

Skurrile Kulisse. Aber naheliegend. Bisschen anders war sie schon immer. Aber das jetzt? Ein Teil von mir will der aufkommenden Peinlichkeit entfliehen, der andere bleibt entspannt stehen.

Ackergold mit Saaten, das kann mein unwohl berührtes Dasein meinem Körper nicht vorenthalten.

"Kannst du mal...!?", die Bedienende. "Die Dame hier" - gemeint bin ich - "...."

"Hm?..." dreht sich das leicht überdrehte Brötchen, "....Ach jaaa... ", und fegt unbeirrt weiter.

Wenn der Besen mit dem Brötchen.... Dann fegt er.

Fegt, ohne sich von der größer werdenden Schlange vor dem Tresen beirren zu lassen in ihrer durchgeknallten Bierruhe die Kolonie an Brotbröseln und heruntergefallener Servietten gegen den Fuß ihrer Kollegin.

"Du hast mich angefegt! ", diese.

"Hm?", das Brötchen

"Du hast mich angefegt!"

"Ich hab dich angefegt.... JAaaa. Das kommt vooor, wenn man im Weeeg steeeeht" driften ihre Gedanken davon.

Hallo? Höre nur ich, was ihr euch hier gerade gegenseitig um die Ohren schmeichelt?

Angefegt!?!

Kollegin "Angefegt" geht einen Schritt zur Seite. Die Besenkombo bewegt sich darauf hin in gemütlichen Schritten bedacht bedacht um die Ecke ins Off. Nicht, ohne zu erwähnen, dass einem manches einfach maaaaal egal sein muss.

"Manchmal ist das besser", murmelt sie und lässt den Besen final an die Wand des Rückraumes knallen. Kommt wieder nach vorne, um vor den zwei nach mir folgenden Kunden stehen zu bleiben. Sie schaut von einem zum anderen.

"Einen Cappuccino ohne Zucker zum hier trinken", prescht der Mann vor.

Brötchen steht da, mit zurückgezogenem Kinn, glotzt - zackig den Kopf wendend - stumm von dem Herrn zu der Dame neben ihm zu ihm zu der Dame... bis es ihm dämmert.

"Waren Sie zuerst?", er zu der Dame.

Sie: "Ja, aber das passt schon."

Kurz geht es hin und her, jeder gibt jedem den Vortritt, bis sich die Angefegte die mich gerade bedient einmischt.

"Ich bin ja auch gleich fertig."

Keiner hört sie. Brötchen erkundigt sich gerade zum dritten Mal bei der Dame ob es wirklich in Ordnung ist, dass sie den Herren erst bedient, der nun wiederum auf keinen Fall zuerst...

Noch einmal raunzt die Angefegte dem Brötchen zu:

"Ich bin gleich..!"

Das Brötchen taucht für einen Bruchteil aus der Diskussion auf, registriert und schmettert den sich übervorteilenden in ihrem typisch überdrehten Ton aus voller Brust entgegen:"Wissen Sie, wir machen das jetzt so! Meine Kollegin macht Sie..." (dabei deutet sie auf den Herren) "... und ich Sie.." (dabei nickt sie der Dame zu) "...FERTIG!"

Im Moment reicht mir die Angefegte entschuldigend lächelnd mein gülden Acker über den Tresen.

"Sie haben ja ein außergewöhnliches Betriebsklima hier" rutscht es mir raus. "Die einen werden angefegt, die anderen fertig gemacht".

Es hat einen Moment gedauert bis das Lächeln kam.

Ich weiß nicht, ob sie mir folgen konnte.

 

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