Haaaaaleluja!!!
- GM

- 12. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Juli
Juni 2025 Fitnessstudio, auf dem Weg zur Sauna
Eineinhalb Stunden habe ich Blasen ins Wasser geblubbert und bin meinen Gedanken, meinem Leben davongeschwommen. Erst konzentriert, dann vergessen habe ich die Zeit weggeschwappt. Bahn um Bahn. Stumpf. Stupide. In Gedanken "versunken". Weggespült hat es sie alle. Mit jedem Zug einen. Bis nur noch Hohlraum und Chlor mich ausgefüllt hat.
Dann wurde mir kalt. Die Arme lang, der Wille müde.
Raus. Ab in die Dusche. Erst die Haare, dann der Körper, dann die Haare, dann...
.. die Sauna. Wenigstens ein Gang. Ist ja erst 12 Uhr, wird schon nicht viel los sein .
Haare rubbeln, bürsten, schütteln. Handtuch um den Brustkorb mit den Zähnen gehalten. Trinkflasche aus dem Schwimmnetz gekramt, Schlappen an, Tür auf, Treppe hoch, Tür auf.
Kaum Latschen stehen da im Wellnessbereich. Prima. Nix los.
Zielstrebig tragen meine Beine meinen rhythmusleeren, blasenschweren Kopf zu finnischen Sauna.
Drei paar Latschen. Müsst gehen.
Die Tür geht auf, eine junge Frau tritt heraus.
"Viel los?" frage ich sie.
"Hm, geht finde ich", sie.
Ich entledige mich meiner Latschen und öffne mit einem stummfilmverdächtigen Klock!! die Glastür.
"HAALLLELUJA!!!!!!"
entfährt es mir laut, ich falle fast rückwärts und schlage die Tür wieder zu.
Von außen.
Und das nicht wegen der 90°, die mir entgegendrangen.
Im Inneren der Hähndlbraterei, starrten mir elf unbeschürzte, wohlgenährte (männliche) Gockel - aufgefädelt wie auf einer Perlenkette - im weichen, runden Dämmerlicht der Hitze auf ihren Rosten sitzend entgegen und brieten langsam, fetttriefend vor sich hin.
Elf verstummte Augenpaare ruhten für einen Moment angehaltener Zeit auf mir.
Klock! Tür zu.
Halleluja! Das war zu viel für mich. Zu viel Mann, zu viel Mensch, zu viel "Überraschung!!"
Ein Moment, eingebrannt in der Ewigkeit.
Halleluja!
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